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Dynamic im Interview

15.08.2006 von Redaktion

b-p.de: Du betreust als Producer das » Padawan- Projekt. Wie kam es zu diesem Projekt ?
Dynamic: Padawan ist ein Projekt, das ins Leben gerufen wurde, um Jugendlichen eine Möglichkeit zu geben, sich aktiv an HipHop zu beteiligen, sprich: zu rappen, zu singen, aufzutreten, aufzunehmen usw. Das Konzept für dieses Projekt habe ich zusammen mit der Jugendzentren gGmbH in Köln erstellt und realisiert. In erster Linie bin ich also als Pädagoge und dann erst als Producer tätig.

b-p.de: Welche Entwicklungen konntest du in dieser Zeit bei der Zusammenarbeit mit den Kids feststellen ?
Dynamic: Ausnahmslos alle machen sehr gute Fortschritte (bessere Texte, Beats, Flows etc.), die einen schneller die anderen brauchen ein bisschen länger. Das Projekt wird immer größer und die Vernetzungen unter den Teilnehmern werden enger, was ein sehr schöner Nebeneffekt ist.

b-p.de: Wenn andere Städte auch so ein Projekt ins Leben rufen möchten, worauf sollte man von Anfang an achten und was könnte am ehesten unterschätzt werden ?
Dynamic: Erstmal ist es massig Arbeit, ein solches Projekt durchzuführen, dessen sollte man sich bewusst sein. Ansonsten kann ich nur jeden ermutigen, ein ähnliches Ding auf die Beine zu stellen, da mindestens genau soviel zurück kommt, wie man reinsteckt und das macht einfach tierisch viel Spaß.

b-p.de: Seit wann produzierst du ?
Dynamic: Seit Anfang 2000.

b-p.de: Wie bist du zum Produzieren gekommen ?
Dynamic: Ich habe als Drummer in diversen Bands angefangen, Musik zu machen. Irgendwann wollte ich meine Ideen eigenständig und schneller umsetzen und bin so zum Produzieren gekommen. Der HipHop-Einfluss war eigentlich schon immer da, also lag es nah, auch HipHop-Beats zu bauen.

b-p.de: Wie läuft bei dir die Entwicklung eines neuen Beats ab ?
Dynamic: Meistens starte ich mit den Drums oder einem Sample. Danach schichte ich immer mehr Spuren übereinander und schmeiße dann alles, was mir nicht gefällt wieder raus.
Arrangiert wird in der Regel auch erst dann richtig, wenn ein Track steht. Bis dahin ist der Beat eigentlich nur ein Loop. Wenn der nicht cool ist, lösche ich ihn auch ganz gerne mal wieder.

b-p.de: Wie sieht dein aktuelles Equipment aus ?
Dynamic: Ich arbeite hauptsächlich mit einem PC und einem Akai S2800 Sampler. Letzteren benutze ich aber fast gar nicht mehr, da im PC und dem Softwaresampler, den ich benutze, alles viel einfacher und schneller funktioniert.

b-p.de: Welches Equipment willst du dir als nächstes anschaffen ?
Dynamic: Als nächstes brauche ich unbedingt den neuen "Phatness 2000 Schalter", damit meine Produktionen auch so fett klingen wie bei Timbaland und Co.
Ansonsten bin ich momentan ganz zufrieden.

b-p.de: Welches Equipment kommt zum Einsatz, wenn für das Padawan-Projekt vor Ort in Jugendzentren aufgenommen wird ?
Dynamic: Wir recorden im Prinzip nur die Vocals in den jeweiligen Jugendzentren, was es überflüssig macht, Unmengen an Equipment mitzuschleppen. Alles, was ich benutze, ist ein Großmembran Mikrofon (t-bone) ein 8 Kanal Mixer (Mackie) und ein digitaler Vierspurrecorder auf dem die einzelnen Takes aufgenommen werden. Danach werden die Spuren auf der Vierspur vorgemischt und dann auf einer MiniDisc konserviert. Den Rest mach ich zu Hause in Cubase und bringe dann den Mixdown zu » Freeman ins Studio. Dort wird gemastert und online gestellt.

b-p.de: Weiterhin bist du auch als MC und Producer bei » Konvex aktiv. Wie lange hat die Produktion eurer EP gedauert ?
Dynamic: Kann man schwer mit einer Zeitangabe beantworten, da es kein Konzept für die Konvex EP gab. Die Tracks sind über einen längeren Zeitraum unabhängig von einander entstanden und im Nachhinein zur EP zusammengestellt worden.

b-p.de: Wie läuft normalerweise die Produktion eines Konvex-Tracks ab ?
Dynamic: Entweder kommt irgendeiner mit einem Konzept für einen Song und die anderen klinken sich dann rap-, sing-, oder beattechnisch mit ein, oder es gibt einen Beat, auf den dann gejammt wird.
Sobald die Texte stehen, wird auf einen mehr oder weniger unarrangierten Loop aufgenommen. Wenn alles im Kasten ist, wird dann weiter gefeilt, bis alle zufrieden sind.

b-p.de: Seit wann bist du als MC tätig ?
Dynamic: So richtig mit dem Rappen angefangen habe ich so Anfang 2000, weil ich einfach Bock hatte, das zu tun, was diverse MCs vorgemacht haben.

b-p.de: Gibt es aus deiner Sicht Vor- bzw. Nachteile beim Beatbauen, wenn man ebenfalls als MC aktiv ist ?
Dynamic: Eigentlich nur Vorteile, da man sich beatmäßig genau das basteln kann, worauf man gerade Lust hat, ohne vorher lang und breit zu erklären, was man denn gerne hätte.

b-p.de: Welche Ziele willst du als MC einerseits und als Beat-Producer andererseits noch erreichen ?
Dynamic: Ich will berühmter und reicher werden als die Beatles und Michael Jackson zusammen. Kein Scheiß.

b-p.de: Welcher Stil oder welche Richtung beeinflusst dich beim Produzieren am meisten ?
Dynamic: Ich lass mich einfach von allem inspirieren, sei es nun Musik aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen, ein Film oder einfach Dinge, die mir im Alltag begegnen.

b-p.de: Wer ist für dich momentan der beste Beat-Producer ?
Dynamic: Ich stehe auf Timberland, da er meiner Meinung nach immer wieder neu und innovativ ist. Aber es gibt so viele andere, die mich flashen. Wichtig ist nur, dass ihr Stil was Eigenes hat.

b-p.de: Welche Software kannst Du angehenden Beatbastlern ans Herz legen ?
Dynamic: Liebe Beatbastler, für den Fall, dass ihr noch sehr unerfahren seid, probiert doch einfach mal Fruity Loops aus. Hier kann man mit relativ wenig Know-How gute Ergebnisse erzielen und muss trotzdem nicht mit vorgefertigten Loops arbeiten. Ansonsten kommt man aber als Producer meiner Meinung nach nicht an Cubase, Logic oder Pro Tools vorbei.

b-p.de: Die fette Beat-Fee könnte deinen größten Fehlkauf rückgängig machen: Welcher fällt dir sofort ein ?
Dynamic: Wüsste ich jetzt spontan nix. Ich konnte alle Käufe zu irgendetwas nutzen, auch wenn es nur als Abstellfläche war.

b-p.de: Zum Schluss noch eine Beat-Bauer-Weisheit für die Leser !
Dynamic: Macht einfach. Seid offen für Neues und versucht, nicht nur wie "dieser oder jener" zu klingen. Wenn ihr Spaß am Produzieren habt, kommt der Rest sowieso von alleine.


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